Die Masters-Europameisterschaften auf Madeira (Portugal) brachten den Thüringer Athleten einige Medaillen sowie weitere vordere Podestplatzierungen. Ein Trio war besonders erfolgreich: Iris Opitz, Marion Stedefeld und Anja Schüppel. Auf ihr Konto gingen gleich mehrere Medaillen, und Anja Schüppel erlebte zudem einen sehr kuriosen Meisterschafts-Wettkampf. Kugelstoßer und M50-Weltrekordhalter Andy Dittmar fügte seiner internationalen Medaillensammlung eine weitere Goldene hinzu.
Auf Madeira endete für die Masters-Athleten am Sonntag eine lange Sommersaison. Auf der portugiesischen Insel wurden in den letzten elf Tagen reichlich Medaillen vergeben. Auch Thüringer Athletinnen und Athleten mischten dabei kräftig mit. Im Gewichtwurf musste Anja Schüppel (ASV Erfurt) in der W35 bis 23:30 Uhr abends in den Ring. Sie lieferte sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Britin Suzanna Wise. Beide Athletinnen erzielten ihre Bestweiten im vierten Durchgang, Anja Schüppel schleuderte das Gewicht auf 14,68 Meter, der Britin gelangen 14,59 Meter. Suzanna Wise steigerte ihre persönliche Bestleistung dabei um einen halben Meter.„Ich bin schwer in den Wettkampf reingekommen, habe nach einer schwierigen Saison das Beste rausgeholt und bin überglücklich“, freute sich derweil die DLV-Athletin.
Anschließend ging es kurios weiter: Dachte man nach dem Gewichtwurf am Freitag (10. Oktober), die Erfurterin gewann Gold, noch, dass das Wettkampfende mit 23:30 Uhr spät war, wurde man am Samstag – oder besser Sonntag? – eines Besseren belehrt. Fünf (!) Stunden Zeitplanverzögerung führten dazu, dass ihr Hammerwurf-Wettbewerb um 3 Uhr morgens begann. Vermutlich ein Weltrekord für eine Startzeit eines Meisterschaftswettbewerbs. „Nicht unbedingt die Startzeit war das Schlimme, sondern die stundenlange Wartezeit auf dem Wurfplatz davor“, berichtete Anja Schüppel. Mit 44,78 Metern holte sie Silber und war damit sehr zufrieden. „Ich bin nicht richtig in Spannung gekommen um diese Uhrzeit und habe ein bisschen wie in Trance geworfen. Für diese Uhrzeit ist das Ergebnis top.“ Dem nicht genug folgte für die Erfurterin im Wurffünfkampf mit 2.674 Punkten die zweite Silbermedaille.
Das halbe Duzend: Iris Opitz sowohl im Einzel wie im Team stark
Ebenfalls sehr erfolgreich liefen die internationalen Titelkämpfe für Iris Opitz (LAV Elstertal Bad Köstritz), die über 100, 200 und 400 Meter in der W55 gemeldet war. Zum Auftakt gab es Bronze über die längste Sprintstrecke: Die 400 Meter beendete sie als Dritte in 66,15 Sekunden. Darauf folgten die 100 Meter, wo sie ebenfalls bis ins Finale sprintete und dort in 13,52 Sekunden mit Bronze belohnt wurde. Über ihre selbsternannte Lieblingsstrecke, den 200 Metern, sprintete sie als Zweite in 27,76 Sekunden ins Ziel. Zu den drei Einzelmedaillen kamen noch drei weitere in den jeweiligen Sprintstaffeln.
Hinter den favorisierten Britinnen (53,84 sec) kam das schnelle DLV-Quartett über 4x100 Meter in der Besetzung Gabi Bauernfeind, Marion Stedefeld , Diana Garde und Schlussläuferin Iris Opitz in 55,55 Sekunden als Zweite ins Ziel. Souverän zum EM-Titel sprintete das deutsche Quartett über 4x400 Meter. Anja Schönemann, Marion Stedefeld, Ulrike Wefers-Fritz und Iris Opitz siegten souverän in 4:37,80 Minuten. Um den Medaillensatz komplett zu machen, folgte in der Mixed-Staffel über 4x400 Meter mit Goetz Teutloff, Anja Schönemann und Bernd Lachmann der dritte Rang in 4:05,45 Minuten.
Marion Stedefeld meldet sich eindrucksvoll auf internationaler Bühne zurück
Bei zwei Staffel-Medaillen involviert war Marion Stedefeld (SV Concordia Großengottern), die erst Mitte August bei den Deutschen Meisterschaften der Masters in Gotha nach mehrmonatiger Verletzungspause auf die Bahn zurückgekehrt war (wir berichteten). Umso größter durfte demnach die Freude über die beiden Hürden-Medaillen auf Madeira gewesen sein. Die 80 Meter Hürden beendete sie in 14,05 Sekunden als Dritte. Die zwei Bronzemedaille ließ sie über 300 Meter Hürden in 51,73 Sekunden folgen. Im Hochsprung meisterte sie 1,34 Meter, womit sie Sechste wurde.
Drei Starts, eine Medaille: Für Martin Hohmann (Erfurter LAC) kam das Beste zum Schluss. Der Erfurter Sprinter hatte in der M40 über 100 und 200 Meter gemeldet und erreichte in beiden Konkurrenzen jeweils das Halbfinale. Dafür gab es zum Abschluss die Silbermedaille mit der deutschen Sprintstaffel, die in der Besetzung Moritz Völker, Benjamin Frerich, Martin Herzberg und Martin Hohmann, nur dem Team aus Polen (45,26 sec) den Vortritt lassen musste. Aber denkbar knapp – 45,39 Sekunden hatte das DLV-Team auf der Uhr. Dicht gefolgt vom schwedischen Quartett in 45,42 Sekunden als Dritter.
Rudolf König holt zwei Medaillen mit Sprintstaffeln, Andy Dittmar siegt und hadert
Ebenfalls sehr erfolgreich lief es für den Sprint-Routinier Rudolf König (Saalfelder LV), der mit zwei Finaleinzügen über 100 und 200 Metern sowie zwei Staffel-Medaillen in der M70 das internationale Kräftemessen abschloss. Rang fünf wurde es über 100 Meter in 13,67 Sekunden. Auf den vierten Platz sprintete er über 200 Meter in 27,89 Sekunden. Mit der 4x100-Meter-Staffel der M70 musste er sich mit Ingo Kaun, Reinhard Michelchen und Kurt Fischer nur den starken Briten (54,36 sec) geschlagen geben. Silber ging an das deutsche Team in 54,74 Sekunden. Golden glänzte die Medaille am Abschlusstag der EM über 4x400-Meter. Rudolf König, Kurt Fischer, Friedhelm Adorf und Wolfgang Kreemke setzten sich in 4:33,00 Minuten durch. Die 300 Meter Hürden der M70 brachten Bernd Kügler (ASV Erfurt) im Finale in 1:01,42 Minute den siebten Platz.
Für Kugelstoß-Altmeister Andy Dittmar (BiG Gotha) endete die Saison mit einem weiteren internationalen Titel. Nach seinen Weltrekorden in der Hallen- und Sommersaison sowie den deutschen Meister-Doublen gelang ihm nun der goldene Schlusspunkt. Der 51-Jährige gewann seine M50-Konkurrenz trotz ungünstiger Bedingungen mit lockeren 17,55 Metern, wobei ihm der Balken bei seinen Stößen Probleme bereitete. Im Speerwurf der M35 gelang Marcus Brieger (SV Lerchenberg Altenburg) der Sprung auf das Treppchen. Mit 47,11 Metern holte er Bronze. Michael Stephan (Erfurter LAC), der deutsche M45-Meister im Hochsprung, hinterließ bei seinem EM-Start einen starken Eindruck. Mit übersprungenen 1,75 Metern kam er auf Rang vier.
Gehen vor malerischer Kulisse
Direkt am Badestrand von Machico fand das 10-Kilometer-Straßengehen bei sonnigem Wetter statt. Eine gut abgesperrte und markierte Ein-Kilometer-Pendelstrecke führte an Segelbooten und einem kleinen Hafen vorbei, in den Straßencafés feuerten einige Gäste die Athleten und Athletinnen an. Die Geher-Mannschaft der M70 mit Reinhard Langhammer (ASV Erfurt), Uwe Tolle und Stefan Lehmann (beide Polizei SV Berlin) holten Gold. Im Einzel kam der Erfurter in 1:07:05 Stunde als Sechster ins Ziel. Bronze im 10 Kilometer Straßengehen erging sich die Mannschaft der M40 mit Sebastian Brandt, Andrei Kaiser und Dick Gnauck (ASV Erfurt). Letzterer, zugehörig in der M60, wurde im Einzel Achter in 1:12:07 Stunde.
Im 20 Kilometer Gehen kam Reinhard Langhammer als Gesamt-58. In 2:20:00 Stunden ins Ziel. In der Mannschaftswertung mit Uwe Tolle und Stefan Lehmann wurde es Silber. Auf der kürzesten Gehdistanz den 5 Kilometern belegte Dick Gnacuk in 33:08,68 Minuten den achten Platz. Erst im Gelände, dann auf die Bahn: einen Doppelstart gab es für Manuela Hartung (LC Jena), die zunächst über 8 Kilometer Cross Country an den Start ging. Sie wurde in 40:57 Minuten Gesamt-60. Über 800 Meter kam die W50-Athletin in 2:38,27 Minuten als Zehnte ins Ziel. Zwei Starts standen ebenso für Björn Illing (LSV 1971 Ilmenau) in der M40 im Protokoll. Als Zwölfter erreichte er das Ziel über 1.500 Meter in 4:30,20 Minuten. Des Weiteren startete er noch über 10 Kilometer, die er in seiner Altersklasse als Elfter in 36:54 Minuten beendete.





